Kontopfändung: Pfändungsschutz bis Ende 2011

Bis 31.12.2011 galt: Um bei einer Kontopfändung wieder an Ihr Geld zu kommen, mussten Sie einen Antrag auf Pfändungsschutz stellen.

Pfändungsschutz bei Kontopfändung bis 31.12.2011

Antrag auf Pfändungsschutz

Um bei einer Kontopfändung wieder an Ihr Geld zu kommen, müssen Sie einen Antrag auf Pfändungsschutz stellen. Zuständig ist die Stelle, die den „Pfüb“ ausgestellt hat. Wenden Sie sich z.B. an das Amtsgericht (Rechtsantragsstelle), Finanzamt (Pfändungsstelle), das Hauptzollamt oder die Krankenkasse.

Pfändungsschutz wird nur auf Ihren Antrag gewährt und kann nur für wiederkehrende, von dritter Seite auf Ihr Konto überwiesene Einkünfte/Gehalt gewährt werden. Dagegen kann für einmalig eingehende Geldzuwendungen, z.B. Geldgeschenke, Steuererstattungsansprüche oder auch Einzahlungen, die Sie selbst aus Ihrem – wenn auch unpfändbaren – Einkommen vornehmen, kein Pfändungsschutz eingreifen. Wenn Sie also bspw. Ihre Sozialhilfe/AlG II auf Ihr Konto einzahlen, um Ihre Miete zu überweisen, geht das Geld stattdessen an die Gläubiger, die das Konto gepfändet haben!

Sie benötigen hierfür folgende Unterlagen:

  • Ihre Personalausweis, das Aktenzeichen des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses
  • die vollständigen Kontoauszüge der letzten drei Monate (falls Kontoauszüge fehlen sollten, bitten Sie Ihre Bank um einen tagesaktuellen Umsatznachweis)
  • den Nachweis über alle Ihre Einkünfte (z.B. Lohnabrechnung, Bescheid über Arbeitslosengeld etc.)
  • Belege über etwaige Unterhaltsverpflichtungen und
  • aktuelle Mietunterlagen (den Mietvertrag mit der letzten Mieterhöhung).

Unbedingt beachten: Wenn Sie erst nach Ablauf der 14-tägigen Schonfrist tätig werden, ist das bisherige Guthaben bereits an den Gläubiger ausgezahlt worden!

Pfändungsschutz gibt es nur für Ihr Girokonto! Für das Konto eines Bekannten, das Sie eventuell mit nutzen, erhalten Sie keinen Pfändungsschutz. Geld, das auf einem Sparbuch oder dem Konto eines Bekannten gepfändet wird, geht grundsätzlich an die Gläubiger. Eine Ausnahme hierbei: Sie nutzen ein Sparbuch wie ein Girokonto mit regelmäßigen Zahlungseingängen. Sie sollten dann versuchen, Pfändungsschutz wie hier für das Girokonto beschrieben zu erhalten.

Ein Tipp für Ehepaare: Falls auch nur bei einem der Ehepartner Zahlungsprobleme drohen, sollten getrennte Konten geführt werden. Bei einem gemeinsamen Konto kann es sonst zu erheblichen Schwierigkeiten kommen, sobald gegen einen der Eheleute eine Kontopfändung vorliegt.