Privatinsolvenz und Selbständigkeit?

Privatinsolvenz 2017: Selbständig sein oder ein Geschäft gründen trotz Privatinsolvenz. Allerdings müssen Sie die Privatinsolvenz bei Selbständigkeit ...

Privatinsolvenz und Selbständigkeit?

Privatinsolvenz mit etwas anderen Regeln

Sie können selbständig sein oder ein Geschäft gründen trotz Privatinsolvenz. Das Hauptproblem an der Sache ist der Eintrag in der SCHUFA, weshalb Sie u.a. Kredite verwehrt werden. Das bedeutet, Sie müssen die Privatinsolvez mit Selbständigkeit wesentlich sorgfältiger planen, als ein normaler Arbeitnehmer oder Hartz-IV-Empfänger und bereit sein, eventuell ungewöhnliche Wege einzuschlagen.

Die Privatinsolvenz (auch: Verbraucherinsolvenz) wird oft mit der geschäftlichen Insolvenz gleich gesetzt. Jedoch hat das Eine mit dem Andern nichts zu tun. In die Privatinsolvenz können nur Verbraucher (natürliche Personen) und ehemalige Selbstständige sowie Kleingewerbetreibende gehen. Diese sollten weniger als 20 Gläubiger und keine offenen Forderungen aus Beschäftigungsverhältnissen mit Arbeitnehmern haben.

Motivation für Schuldner in Privatinsolvenz

Es wurde vom Gesetzgeber einiges getan, um die selbständigen Schuldner zu motivieren. Zum Beispiel wird die Pfändungsfreigrenze anders berechnet als bei Arbeitnehmern. Sie erhalten die Einnahmen bis zur Freigrenze. Alles über der Pfändungsgrenze wird dem üblichen Durchschnittsverdienst in der jeweiligen Branche entgegen gesetzt. Das heist, nur der Durchschnittsverdienst wird einbehalten und an den Gläubiger abgeführt. Den Mehrverdienst können Sie behalten. Die abzugsfähigen Werbungskosten orientieren sich an den Werten, die auch vom Finanzamt anerkannt werden. Somit ist eine Selbständigkeit während der Privatinsolvenz durchaus eine Überlegung wert.

Ob Ihr Plan eine wirkliche Alternative zum Arbeitnehmer ist, sollten Sie sich besonders gut überlegen. Sie beim Antrag auf Restschuldbefreiung eine Verpflichtung zur Bemühung um zumutbare Arbeit eingegangen. Das heißt, bevor Sie den Schritt zur Selbständigkeit wagen, legen Sie Ihr Konzept bzw. den Businessplan dem Treuhänder vor. Ist dieser mit dem Plan einverstanden, können Sie alles Weitere für Ihre Selbständigkeit in Angriff nehmen. Sollte aber der Treuhänder Bedenken haben oder den Plan ablehnen, dann arbeiten diese Bedenken auf und suchen Sie eine Lösung, bei einer Ablehnung sollten Sie von Ihrem Plan Abstand nehmen!

Grundsätzlich benötigen Sie die Zustimmung Ihres Treuhänders zur geplanten Selbständigkeit. Die Restschuldbefreiung kann Ihnen ansonsten versagt werden!

Binden Sie Ihre Familie in Ihre Pläne fest ein und versichern Sie sich Ihrer Unterstützung! Denn die Familie wird in dieser Zeit Ihr einziger Rückhalt sein, auf den Sie zurückgreifen können.